Mittwoch, 18.02.26 - Hinfahrt und Erkundung
Am Mittwochmorgen starteten wir, der Projektkurs der Q1 von Frau Scholz, um 7:00 Uhr mit dem Bus zu unserer Gedenkstättenfahrt nach Weimar. Die Stimmung in unserem Weltklasse Bus war gespannt, denn wir wussten, dass uns in den nächsten Tagen viele neue Eindrücke erwarten würden. Gegen 13:30 Uhr kamen wir in Weimar an und checkten zunächst in unserem Hostel ein.
Anschließend machten wir einen Stadtrundgang durch die Altstadt. Herr Waldinger zeigte uns die Stadt so dass wir auch ihren historischen Hintergrund kennenlernten. Dabei zeigte er uns kulturell bedeutende Sehenswürdigkeiten, die unter anderem durch Dichter wie Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller geprägt wurden. Nach dem Rundgang hatten wir etwas Freizeit, bevor wir abends gemeinsam im Einkaufszentrum „Atrium“ essen gingen. Das Essengehen prägte das Gemeinschaftsgefühl. Den restlichen Abend verbrachten die meisten von uns im Hostel, wo wir zusammensaßen und den Tag ausklingen ließen.
Donnerstag – Besuch der Gedenkstätte Buchenwald
Am Donnerstag begann unser Tag mit einem gemeinsamen Frühstück. Unsere Lehrer besorgten anschließend noch Proviant und Getränke im Supermarkt, damit wir für den langen Tag gut vorbereitet waren. Um 9:50 Uhr fuhren wir los in Richtung KZ Buchenwald.
Bereits um 10:00 Uhr erreichten wir das Mahnmal mit dem Glockenturm. Der Ort war sehr beeindruckend und löste bei vielen von uns starke Gefühle aus. Ebenso schauten wir uns die Ringgräber und die Straßen der Nationen an. Bei eisigen -3 Grad und starkem Wind konnten wir zumindest ansatzweise erahnen, wie hart die Bedingungen für die Häftlinge gewesen sein mussten.
Von dort aus liefen wir gemeinsam die letzten zwei Kilometer entlang der sogenannten „Blutstraße“ – ein Weg, den früher die Häftlinge unter schwersten Bedingungen bauen
mussten. Um 11:30 Uhr erreichten wir Gedenkstätte und meldeten uns im Besucherzentrum an. Kurz darauf sahen wir im „Kino“ der Gedenkstätte einen Einführungsfilm, der uns wichtige Informationen zur Geschichte des Lagers gab und auch tiefe Eindrücke von Zeitzeugen. Um 12:15 Uhr holten wir unsere Audioguides ab und besuchten die aktuelle Ausstellung. Diese war sehr interessant, aber auch beklemmend. Besonders bewegend war es, persönliche Gegenstände ehemaliger Häftlinge, echte Dokumente und Fotos mit Namen zu sehen. Dadurch wurde uns bewusst, dass hinter jeder Zahl ein einzelnes Schicksal stand.
Bei der anschließenden Begehung des ehemaligen Konzentrationslagers waren wir vor allem von der enormen Größe des Geländes beeindruckt. Besonders erschütternd waren das Krematorium und die sogenannte Genickschussanlage, die als normales, sogar hübsches ärztliches Behandlungszimmer getarnt war.
Während unseres Rundgangs sammelten wir Ideen für unser Abschlussprojekt. Trotz dicker Winterkleidung froren wir ständig – das ließ uns immer wieder daran denken, wie schrecklich es für die Inhaftierten gewesen sein musste: Sie trugen nur dünne Häftlingskleidung, oft Schuhe mit Holzsohlen, und viele waren stark abgemagert.
Zum Abschluss gedachten wir gemeinsam der Opfer an der Gedenkplatte. Dieser Moment war sehr still und nachdenklich. Um 16:00 Uhr fuhren wir zurück zum Hostel. Dort führten wir viele individuelle Gespräche über das Erlebte und tauschten uns in kleinen Gruppen aus.
Um 19:00 Uhr gingen wir gemeinsam zu einem italienischen Restaurant essen und ließen den intensiven Tag ruhig ausklingen.
Freitag – Kultur und Rückfahrt
Am Freitag frühstückten wir ein letztes Mal gemeinsam. Danach besuchten wir die Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Um die Bibliothek besuchen zu können mussten wir uns große Hausschuhe anziehen. Der obere Teil war abgebrannt also konnten wir uns nicht alles angucken. Dennoch war die Bibliothek ein tolles Erlebnis und bildete einen interessanten Kontrast zu den Eindrücken des Vortags. Um 10:30 Uhr traten wir schließlich die Rückfahrt Richtung Heimat an.
Fazit
Die Gedenkstättenfahrt war für uns alle eine sehr eindrucksvolle und bewegende Erfahrung.
Besonders der Besuch in Buchenwald hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen und die Erinnerung an die Opfer zu erhalten. Gleichzeitig
konnten wir durch den Aufenthalt in Weimar auch kulturelle Eindrücke sammeln.
Diese Fahrt wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.